Wir sind nicht wie normal Essende. Offensichtlich ist etwas falsch an unserem momentanen Essverhalten, sonst wären wir nicht zu OA gekommen. Zwanghafte Esserinnen und Esser unterscheiden sich von mormal Essenden.

Normal Essende hören auf zu essen, wenn sie satt sind. Wir nicht.

Normal Essende verstecken keine Lebensmittel und überlegen nicht, wie sie heimlich daran kommen, wenn niemand in der Nähe ist. Wir machen das.

Normal Essende benutzen das Essen nicht, um ihre Unsicherheiten und Ängste zu beschwichtigen, oder um – wenn auch nur für kurze Zeit – ihrem Ärger und ihren Sorgen zu entrinnen. Wir machen das.

Normal Essende fühlen keine Schuld und Scham wegen ihres Essens. Wir schon.

In OA entdecken wir, dass nicht Schwäche oder fehlende Willensstärke unsere Probleme sind. Wir haben eine Krankheit. Wenn das Essen vor uns steht oder uns „ruft“ können wir weder auf unsere besten Vorsätze noch auf unsere Willenskraft vertrauen, dass wir – was das Essen betrifft – gute Entscheidungen treffen. Wir haben vor uns selbst und andereren gegenüber Hunderte von Vorsätzen gefasst, jede Diät versucht, Therapien, Hypnose, Appititzügler und sonstige Pillen ausprobiert; trotz allem konnten wir nicht aufhören, zwanghaft zu essen.

Einen Essplan zu verwenden, ist der Beginn der Befreiung vom zwanghaften Essen. An Stelle vor der Kühlschranktür oder im Restaurant von unseren Vorsätzen abzuhängen, entwickeln wir im voraus einen vernünftigen Essplan. Anfänglich verwenden viele von uns einen täglichen Essplan, der beinhaltet, was wir wann essen, wo wir essen und wieviel wir essen.

Dieser tägliche Plan, der aus einem medizinischen oder persönlich entwickelten Essplan besteht, dient dazu, unser Essen von unseren Gefühlen abzutrennen, und er befreit uns von den Entscheidungen, die wir vorher über den Tag verteilt treffen mussten. Wenn wir weniger Zeit über das Essen nachdenken, bekommen wir in unseren Köpfen mehr Klarheit über den fortdauernden Konflikt zwischen unserem Willen und der Krankheit.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir uns leichter an unseren Plan halten, wenn wir ihn täglich an unsere Sponsorinnen und Sponsoren weitergeben.

Wie auch sonst alles im OA-Programm: Wir tun das immer „nur für heute“. Wir müssen nicht darüber nachdenken, ob wir dies ewig tun müssen.